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LG Krefeld: VW muss fast den gesamten Kaufpreis wegen…

Sensationelles Urteil des LG Krefeld vom 13.02.2019, Az. 2 O 183/18

Das Landgericht Krefeld sprach unserem Mandanten neuerlich einen Schadenersatzanspruch in Höhe von knapp 51.000 Euro Zug-um-Zug gegen eine geringe Nutzungsentschädigung sowie Rückübereignung und Herausgabe des Fahrzeuges der Marke AUDI, Modell Avant 4 quattro, 2 Liter Motor Typ EA 189 zu.

Damit erhält der Kläger nach 4 Jahren fast den gesamten Kaufpreis zurück.

Außerdem sind die für den Kläger mit dem Kaufvertrag des PKW einhergehenden und untrennbar verbundenen Darlehenskosten vollumfänglich vom Beklagten zu erstatten.

Grund für den Schadenersatzanspruch ist die vorsätzliche sittenwidrige Schädigung durch die VW AG indem die eingebaute Manipulationssoftware in arglistiger Weise gegenüber dem Käufer verschwiegen wurde. Denn hätte der Käufer bereits im Moment des Abschlusses des Vertrages von dem Mangel gewusst, so hätte er den Vertrag nicht geschlossen.

Hier können Sie das Urteil des LG Krefeld nachlesen.

Quelle: Urteil des LG Krefeld vom 13.02.2019, Az. 2 O 183/18

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VW-Skandal: Nach knapp 8 Jahren erhält Kläger fast den…

LG Dortmund verurteilt VW zur Zahlung von Schadensersatz!

Das Landgericht Dortmund verurteilte die Volkswagen AG mit Urteil vom 22.03.2019 nach fast 8 Jahren zur Zahlung  von Schadensersatz in Höhe des annähernd gesamten Kaufpreises Zug-um-Zug gegen Rückgabe und Rückübereignung des Fahrzeuges.

Der Kläger kaufte am 04.08.2011 einen PKW der Marke Volkswagen Touran mit Motor EA 189 für 28.600 EUR

Die Kammer sprach von einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung gegenüber dem Käufer, indem die Volkswagen AG  nicht über die eingesetzte Abschalteinrichtung aufgeklärt hatte.

Der Schaden liege, laut den Dortmunder Richtern, darin das dem Fahrzeug die Gefahr der Betriebsuntersagung anhafte. Der Kläger hätte den Kauf nicht getätigt, hätte er von dem Mangel am Fahrzeug gewusst. Mithin wurde dem Kläger ein schutzwürdiges, offensichtliches Interesse an der Kenntnis der Motorsteuerungssoftware zugesprochen.

VW hatte erneut, unter pauschalem Verweis auf alleinige Kenntnis der Mitarbeiter unterhalb der Führungsebene bestritten, dass der Vorstand von der eingesetzten Software gewusst hatte. Für die Richter reichte alleine dieses Bestreiten nicht aus. Vielmehr sei es erforderlich, dass die VW AG hinreichend begründet darlegt weshalb die Kenntnis von der eingesetzten Abschalteeinrichtung nicht in Betracht kommt, denn der Kläger selbst kann nicht in interne Geschehensabläufe einsehen und ist daher darauf angewiesen, dass die Beklagte Partei die notwendigen Informationen offenlegt.

Dieser Pflicht(sog. sekundäre Darlegungslast) sei VW nicht nachgekommen.

Insbesondere hielt es die Kammer für nicht vorstellbar, dass die Beklagte Partei von der streitgegenständlichen Software in den USA gewusst hatte, hingegen nicht vom Einsatz derselben in Europa, denn es sei nicht ersichtlich inwieweit die durchaus unterschiedlichen Rechtssysteme Auswirkungen auf die Kenntnis vom Einsatz der Software haben sollen.

Auch müsse der Kläger nicht das angebotene Softwareupdate aufspielen lassen um den Mangel zu beseitigen, denn alleine maßgeblich ist der Umstand der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gegeben war.

Der Schädiger soll nicht dadurch privilegiert werden dass er, sobald die Schädigung entdeckt wird, die Möglichkeit der Entledigung seines Tuns bzw. Unterlassens durch schadensausgleichende Bemühungen habe, denn dann bestünde keinerlei Veranlassung sich von Beginn an rechtstreu zu verhalten.

Das Gericht entschied letztlich, dass der Kläger den Kaufpreis(28.600 EUR) zuzüglich Zinsen in Höhe von circa 9.300 EUR, abzüglich 11,358,94 EUR erhalten soll, mithin ca. 26.541,06 EUR obwohl er 95.259 KM mit dem Fahrzeug zurückgelegt hat.

Hier geht es zum vollständigen Urteil LG Dortmund 22.03.2019

Quelle: Urteil vom 22.03.2019 des LG Dortmund, Az 21 O 357/18

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Dieselskandal – Sind Ansprüche Ende 2018 nun doch nicht…

In zahlreichen Berichten hieß es, dass Ende 2018 Ansprüche Geschädigter des Abgasskandals verjähren würden.

Nun werden jedoch Stimmen laut, die von immer noch bestehenden Möglichkeiten sprechen rechtlich gegen VW vorzugehen. Begründet wird diese Einschätzung vereinfacht gesagt damit, dass es für den Beginn der dreijährigen Verjährungsfrist auf den Zeitpunkt der individuellen Kenntnis des Geschädigten über die Manipulation seines Fahrzeugs ankommt.

Teilweise wird man auf den Zeitpunkt abstellen können, an dem der Geschädigte ein Rückrufschreiben erhalten hat. Die meisten dieser Schreiben wurden ab Februar 2016 versandt. Kurz gesagt bedeutet dies, dass alle Kunden, welche erst ab 2016 von der Manipulation ihres Fahrzeuges erfahren haben zumindest noch bis zum 31.12.2019 Schadensersatzansprüche gegen den jeweiligen Autokonzern geltend machen können.

Als eine weitere, jedoch weitaus weniger schnell zum Ziel führende Variante bietet sich der Anschluss der Verbraucher an eine Musterfeststellungsklage, wodurch die Verjährung der Ansprüche gehemmt wird. Eine solche Klage wurde bereits am 01.11.2018 beim Oberlandesgericht Braunschweig von der Verbraucherzentrale Bundesverband eingereicht. Das Gericht soll in diesem Rahmen klären, ob Verbrauchern ein Anspruch gegen Volkswagen zusteht. Verbraucher können sich dieser Klage immer noch anschließen, denn die Anmeldung ist bis zum Tag der ersten mündlichen Verhandlung möglich. Es bleibt an dieser Stelle jedoch festzuhalten, dass der Anschluss an eine Musterfeststellungsklage vorrangig für Kläger ohne Rechtsschutzversicherung in Betracht zu ziehen ist, denn auch wenn ein positives Urteil für die Verbraucher im Rahmen dieser Klage ergeht, so muss im Anschluss immernoch eine individuelle Klage eingereicht werden um die Ansprüche im Einzelfall geltend machen zu können. Das führt im Ergebnis zu einer deutlichen Verlängerung des gerichtlichen Prozesses.

Im Ergebnis ist es daher weiterhin für viele Verbraucher möglich ihre Ansprüche gegen VW erfolgreich durchzusetzen. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, denn die Chancen Schadensersatz zu erhalten, stehen gut!

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